Citytrip Helsinki

Skandinavien verbinde ich mit fröhlichen Kindheitserinnerungen und Sommerurlaub. Schon immer haben mich die traumhaftschöne Landschaft, die freundlichen Menschen und nordisch-noble Stil fasziniert. Dänemark, Norwegen und Schweden habe ich bereits mehrfach bereist, nur Finnland wurde bislang etwas steifmütterlich bei der Reiseplanung behandelt. Jetzt hat es endlich für einen kurze Stippvisite in der Hauptstadt gereicht.  


Was sollte man sich in Helsinki unbedingt angucken? 

Sportbegeisterte pilgern natürlich ins hiesige Olympia-Stadion. In dem Funktionalismus-Bauwerk fanden die Sommerspiele im Jahr 1952 statt. Vorne am Parkplatz dreht Nationalheld Paavo Nurmi in Bronze gegossen seine Runden, das Stadion mit seinen weißen Mauern immer fest im Blick. Zu dem Gebäudekomplex im Stadtteil Töölö gehört ein 72 Meter hoher Turm. Dort wurde das olympische Feuer entfacht. Damals mussten die Fackelträger die Stufen hochrennen, heute kann man bequem via Fahrstuhl hinauffahren. Von dort oben hat man einen beeindruckenden Blick über die Stadt, die angrenzenden Inseln und den finnischen Meerbusen. Nach dem Erkundungsrundgang durch das Stadion lohnt sich ein Besuch des dazugehörigen Museum – wirklich spannend zu sehen, wie früher beispielsweise Schlittschuhe oder Skier aussahen und wer alles zur Riege der finnischen Erfolgssportler gehört.

 

Mehr Infos findet man unter: www.stadion.fi 

 

In der alten Markthalle am Hafen findet man den passenden Mittagssnack. Ein Hauch von Tradition weht durch das Kulinarik-Paradies, denn diese Halle steht dort schon seit 1888. Im Inneren gibt es viele kleine Stände, an denen finnische Spezialitäten verkauft werden. Aber nicht nur das, sondern man kann auch in Mini-Cafés und kleinen Restaurants speisen. Ein Gericht mit Lachs sollte man sich nicht entgehen lassen. Fisch schmeckt in Finnland einfach göttlich – zum Beispiel im Restaurant „Story“. Die Gerichte werden in einer kleinen Garküche frisch zubereitet. Die Preise sind wirklich sehr human. Ebenfalls empfehlenswert: In einem der kleinen Cafés eine Zimtschnecke futtern und einen Kaffee schlürfen.  

 

Mehr Infos: www.vanhakauppahalli.fi


Freunde von sakralen Bauten kommen in Helsinki auf jeden Fall auf ihre Kosten! Durch die bewegte Geschichte des Landes haben viele unterschiedliche Glaubensrichtungen in der finnischen Hauptstadt ein Gotteshaus errichtet. Zu den Highlights gehört für mich ganz klar der Dom von Helsinki, der in strahlendem Weiß über der Stadt thront. Im Inneren herrscht schlichte Bescheidenheit. Pompösen Wandschmuck sucht man in der Kreuzkuppelkirche vergeblich. Anders, aber auch spektakulär: die Felsenkirche. Ein bisschen verrückt sind sie ja schon, die Finnen. In den 1960er-Jahren haben sie einfach ein Loch in einen Felsen gesprengt und eine Kirche mit Kupferdach und 180 Fenstern reingebaut. Die Gebrüder Suomalainen schufen so ein Bauwerk mit unglaublich guter Akustik. Ebenfalls sollte man sich die Kapelle der Stille mitten in der Innenstadt anschauen. Das hölzerne Bauwerk wird nicht für religiöse Zwecke genutzt, sondern dient als Ruhe-Oase mitten im Trubel der Einkaufsmeile.

Richtig chic Essen gehen kann man im Savoy. Das Rooftop-Restaurant wurde 1937 von Alvar und Aino Aalto eingerichtet – und seitdem auch nicht verändert. Es ist also eine kleine Zeitreise auf die man sich bei einem Besuch einlässt. Es lohnt sich aber definitiv. Der Service ist überragend. Vom Essen mal ganz zu schweigen. Die Karte wartet mit einem saisonalen Menü auf. Auf Wunsch gibt es zu jedem Gang den passenden Wein. Die Portionen sind klein, aber perfekt aufeinander abgestimmt. Die freundliche Bedienung erklärt einem genauestens, was man gerade vor der Nase auf dem Teller liegen hat. Wunderhübsch angerichtet natürlich. Und selbstverständlich auf Aalto-Geschirr. Hatte ich schon die Aalto-Deko erwähnt? Nein? Die gehört natürlich auch zum Inventar. Der Charme des finnischen Architekten- und Designer-Ehepaares ist hier allgegenwärtig. Wer möchte, kann natürlich auch à la carte speisen. Unbedingt einen Tisch vorreservieren!

 

Anreise vom Flughafen in die City: Seit Sommer 2015 erreicht man die Innenstadt von Helsinki vom Flughafen aus mit der Ring Rail Line, die einen innerhalb von knapp 30 Minuten für günstige fünf Euro ins Zentrum chauffiert. Achtung, Romantik-Spoiler: Das Streckennetz sieht auf dem Fahrplan irgendwie ein bisschen aus wie ein Herz.

 

Den Beweis gibt´s hier: www.hsl.fi/en/ringrailline 

 

Die Züge verkehren in beide Richtungen – zeitlich besteht aber kein Unterschied. Die Haltestelle am Flughafen liegt tief unter der Erde. Auf dem Weg zum Bahnsteig kommt Bergwerkfeeling auf. Nur die Rolltreppen und der Fahrstuhl passen nicht ganz in das Bild. Immerhin kann man es sich nach dem strammen Fußmarsch erst mal im Zug gemütlich machen. In der City angekommen, erreicht man die meisten gängigen Hotels zu Fuß in 10 bis 15 Minuten.  

 

Mein persönlicher Hotel-Tipp: das im August 2015 eröffnete Lilla Roberts (www.lillaroberts.com). Ein sehr modernes, zentral gelegenes Hotel mit verdammt cooler Inneneinrichtung, einer super Bar und einem angrenzenden Restaurant, in dem man morgens ein leckeres Frühstücksbuffet serviert bekommt.