Fünf Wochen quer durch Neuseeland: Ein Road Trip von Auckland auf der Nordinsel bis nach Queenstown auf der Südinsel. Zwei Mädels und ein Auto auf Abenteuerreise von Hostel zu Hostel. Auf der Strecke warten viele Abenteuer auf Backpacker - zum Beispiel geothermische Aktivitäten in Rotorua, Höhlen mit Glühwürmchen in Waitomo, goldene Strände, wilde Tiere (die man eigentlich nur aus dem Zoo kennt) in freier Wildbahn. Hier findet Ihr ein paar der Highlights ein bisschen genauer beschrieben.


Neuseeland / Nordinsel / Tongariro

Der Tongariro Alpine Crossing gehört laut Reiseführer zu den schönsten Walks der Nordinsel. Mitten im gleichnamigen National Park führt ein knapp 20 km langer Wanderweg mit 750 m Anstieg durch Vulkangebiet. Man wird von einem Shuttelservice zum Startpunkt gefahren und auf der anderen Seite später wieder eingesammelt - dazwischen wartet auf abenteuerlustige Wanderer eine unvergesslich tolle Lebenserfahrung. Der Track fängt recht seicht an. Auf einem Holzsteg wandert man gemütlich durch sattes Grün. Wenig später verändert sich das Landschaftsbild: Der Weg wird steiniger, das Grün schwindet und der Tangeriro (letzter Ausbruch 2012) wird im Augenwinkel zum stetigen Wegbegleiter. Nach einem knackigen Anstieg ist man mitten in einer beeindruckenden Kraterlandschaft. Schnell die Beine ausschütteln, dann folgt die eigentliche Herausforderung. Auf einem steinigen, steilen Weg geht es hinauf zum Kraterrand des Mount Ngauruhoe. Der Wind pfeift einem hier mehr als gewaltig um die Ohren. Ohne lange Klamotten wird es bei diesen Bedingungen selbst im Hochsommer frisch.


Kraterrandabwärts geht's eine rutschige Geröllpiste hinunter. Das Ganze hat ein bisschen was von Schlittschuhlaufen - nur wesentlich unkontrollierter. Trotzdem lautet die Devise: Ruhe bewahren, Atmen nicht vergessen und nebenbei den Blick auf die strahlendblauen Seen (Emerald Lakes und Blue Lake) genießen, die in der zerklüfteten Landschaft um die Wette funkeln. Zu lange sollte man sich von dem Anblick nicht in seinen Bann ziehen lassen, schließlich durchquert man eine aktive Geothermalzone. Vulkanausbruch prinzipiell nicht ausgeschlossen. "Move quickly" oder "keep your stops to a minimum" lauten die Anweisungen auf den Schildern. Zugegeben, deutliche Erleichterung kommt auf, wenn man das Gebiet ohne Grummeln und Poltern im Hintergrund durchquert hat. Zum Abschluss geht's nochmal ab durchs Grün, bevor man am Abholpunkt nach circa 6 Stunden wieder ausgespuckt wird - völlig überwältigt von den Eindrücken und völlig fertig von den Strapazen der Wanderung. Stichwort: schwere Beine. Den Hinweis, dass die Strecke nur für fitte Menschen geeignet ist, sollte man definitiv ernst nehmen.



Neuseeland / Südinsel / Abel Tasman

Von der kleinen Stadt Motueka aus erreicht man mit dem Auto in 20 Minuten den südlichen Eingang (Marahau) zum Abel Tasman National Park - das Tor zum Paradies für Wanderer, Wassersportler und Strandliebhaber. Man kann die unterschiedlichsten Touren buchen, um den Park auf Land- oder Wasserweg zu erkunden. Es geht aber auch auf eigene Faust. Wenn man an der Küste entlang wandert, kann man zwischendurch an wunderschönen kleinen Stränden pausieren. Danach taucht man wieder in den Wald ein und schlängelt sich durch das Gebiet. Unbedingt anschauen sollte man sich die Appel Tree Bay und die Tinline Bay.

Benannt ist diese Naturschönheit nach einem niederländischen Seefahrer, der 1642 als erster Europäer eben genau in dieser Region vor Neuseeland ankerte. In dieses Fleckchen Erde muss man sich einfach verlieben. Neben allen möglichen Vogelarten kann man hier auch Robben und Pinguine treffen. Neuseelands kleinster Nationalpark sollte definitiv auf jeder Reiseliste stehen - am besten für mehrere Tage einplanen.


Empfehlenswertes Hostel:
Eden´s Edge Backpackers
137 Lodder Ln
Motueka 7198, Neuseeland
+64 3-528 4242


Neuseeland / Südinsel / Queenstown

Queenstown liegt am Lake Wakatipu und ist umringt von Bergketten. Besonders Adrenalin-Junkies pilgern gerne an den Rand der Neuseeländischen Alpen. Sportarten, bei denen man aus großer Höhe in die Tiefe springt, stehen hoch im Kurs - sprich Bungee-Jumping, Paragliding und Skydiving. Ich habe mich darauf beschränkt, mit der Skyline Gondola zum Gipfel des hauseigenen Berges namens Bob´s Peak zu fahren und von dort aus die mutigen Himmelsstürmer zu beobachten. Mountainbiker brettern ebenfalls den ganzen Tag mit ordentlich Speed den Hügel herunter. Etwas unspektakulärer ist die Abfahrt mit einem Luge - eine Art Rodelschlitten mit Rädern. Wenn man den Berg wieder verlässt, kommt man am Kiwi Birdlife Park vorbei. Die Institution beherbergt ein paar der Wappentiere, die man hier aufzieht, um sie anschließend in die freie Wildbahn entlassen zu werden.

Die flugunfähigen Vögel gehören zu den bedrohten Arten. Die Ursache: Sie wurden zum einen von den Maori gejagt und zum anderen brachten die Europäer viele neue natürliche Feinde mit nach Neuseeland. Einen Kiwi in der freien Wildbahn zu sehen, ist somit leider nur noch sehr, sehr selten möglich. In Queenstown gibt es außerdem ein paar nette Läden zum Shoppen, gemütliche Cafés, internationale Restaurants und nette Bars. Oftmals stehen davor Bands, die ihre Songs live zum Besten geben. Wer auf Burger steht, sollte unbedingt zu Fergburger gehen. Auch Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten. Yammy!!! Grüne Fleckchen, um sich mit dem Burger oder einem Flat White in die Sonne zusetzen, muss man nicht lange suchen.



Neuseeland / Südinsel / Dunedin

Dunedin ist eine der wenigen großen Städte auf unserer Reiseroute von Nord nach Süd. Hier leben rund 120.000 Menschen plus 25.000 Studenten (aus Differenzierungsgründen anders benannt), die sich an der University of Otago Fachwissen aneignen. Während des Semesters ist also ordentlich was los im hiesigen Kneipenviertel. Dunedin selbst ist nett, doch das Drumherum macht es erst so liebenswert. Neben dem Strandstrand von St Clair und St Kilda bietet die angrenzende Otago Peninsula ein wunderbaren Ausblick über das Meer und Dunedin. Besonders in der Abenddämmerung mit den Lichtern der Stadt ein Highlight. Surfer und Kiter können sich hier ordentlich austoben, aber man sollte die Augen offen halten, denn es wimmelt auf der Halbinsel nur so von Meeresbewohnern. In der Sandfly Bay kann man beispielsweise Gelbaugenpinguine, Robben und Seelöwen beobachten. Meist sind hier sehr freundliche DOC-Mitarbeiter unterwegs, die einem das richtige Verhalten gegenüber den anwesenden Tieren erklären.

Die zu den bedrohten Arten gehörenden Gelbaugenpinguine sind sehr scheu und fühlen sich schnell bei der Aufzucht ihres Nachwuchses gestört, sobald sie am Strand etwas Bedrohliches wahrnehmen. Daher darf man sie nur aus extra aufgestellten Hütten beobachten oder muss sich sofort hinsetzen, falls einer auftaucht. Bei den Seelöwen verhält es sich da etwas anders. Fühlen sie sich bedroht, treten die Tiere nicht den Rückzug an, sondern verteidigen mit lautem Gebrüll ihr Revier. Nahaufnahmen sind also keine gute Idee. Da Seelöwen relativ groß sind und ordentliche Beißerchen haben, wahrt man den nötigen Abstand automatisch.



Neuseeland / Südinsel / Catlins

Auf unserem Weg von Dunedin nach Te Anau machen wir einen Abstecher in die Catlins, eine der ursprünglichsten Gegenden Neuseelands. Abstecher ist vielleicht auch etwas übertrieben, denn sie liegen direkt auf dem Weg. Diese Küstenroute ist Teil der Southern Scenic Route (www.southernscenicroute.co.nz). Man passiert unter anderem den südlichsten Punkt der Südinsel. Hier gibt es einiges zu sehen und man kann gut und gerne ein paar Tage in der Gegend verbringen. Wir haben leider nur 1,5 zur Verfügung. Also können wir nur einen Bruchteil davon abhaken. Darunter: die Matai Falls, die Purakaunui Falls und die McLean Falls. Wobei letztere wohl die schönsten sind. Dazu kommen die Roaring Bay, Cannibal Bay und die Porpoise Bay. Pinguine und Hector-Delfine wollten sich nicht zeigen, dafür aber mal wieder Seelöwen, die nach wie vor ziemlich respekteinflößend sind. Auch wenn sie am Strand schlafen und mit ihren Vorderflossen fröhlich Sand über sich werfen.  

Die Curio Bay konnten wir uns leider nicht anschauen, da der kleine Pfad dorthin leider zu schlecht in Schuss ist für einen Mietwagen (...wenn in den Mietbestimmungen steht, dass man nur befestigte Straßen befahren darf und man davon absieht, dass die restlichen Straßen eh schon zum größten Teil nur bessere Schotterpisten sind.) Hier kann man sich die Überreste eines versteinerten Wald anschauen. Ein weiteres Highlight in den Catlins sind die Cathedral Caves - vom Meer in den Fels gespülte Höhlen, die nur bei Ebbe zugänglich sind. Und auch dem Nugget Point sollte man einen Besuch abstatten. An der Spitze steht ein kleiner weißer Leuchtturm. Von diesem Punkt aus kann man die "Nuggets" - zerklüftete Felsen - sehen, denen dieser Aussichtspunkt seinen Namen verdankt. Bei meinem nächsten Neuseelandbesuch wird hierfür definitiv mehr Zeit eingeplant! #ansage



Neuseeland / Südinsel / Milford Sound

In vielen Reiseführern liest man, dass Milford Sound (Piopiotahi) am schönsten bei Regen sei, weil dann überall kleine Wasserfälle die Felsen herunterschießen und ein mystischer Nebel das Gebiet durchzieht. Tja, also können wir uns wohl glücklich schätzen, dass am Tag unseres Besuches der Himmel seine Pforten öffnet. Mit Regenjacke bewaffnet schmeißen wir uns in Te Anau in unseren Mietwagen und düsen los. Die Milford Road führt uns nach 120 km ans Ziel. Dafür braucht man in Neuseeland dank Tempolimit und Straßenverhältnissen ungefähr zwei Stunden.  Auf dem Weg zum Fjord gibt es lohnenswerte Zwischenstopps. Besonders die Mirror Lakes bieten einen spektakulären Blick auf das Panorama der umliegenden Berge. Wie der Name schon erahnen lässt, spiegeln sich die Steinriesen im See. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum kleinen Ort Milford Sound. Dort kann man im Infocenter verschiedene Schiffstouren buchen, um das Gebiet auf dem Seeweg unter die Lupe zu nehmen.

Eine andere Möglichkeit wäre ein 4-tägiger Great Walk…fällt aber für uns aus wegen „zu wenig Zeit“. Während das Boot seine Runde dreht, kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. 120 Minuten Faszination Milford Sound gewaltige Felswände ragen endlos in den Himmel, Wassermassen stürzen in die Tiefe, Bäume und Sträucher klammern sich widerwillig vom Wind gebeugt an den Steinen fest. Und das Beste: Man merkt gar nicht, dass man hier nicht einsam und alleine unterwegs ist, sondern Milford Sound sich großer Beliebtheit bei Touristen erfreut.